GRAZER IKONEN – ERSTAUNLICH WOHNLICH!
Rückblick auf die Veranstaltung GerambRosen – Zeitreise 01

Haus im Tal von Szyzskowitz/Kowalski © Gernot Reisenhofer

von Gernot Reisenhofer

Wie wohnt es sich in Architekturikonen? Haben sich die Pretiosen des heimischen Architekturgeschehens über die Jahre verändert bzw. als wie funktionell hat sich die damalige Suche nach neuen räumlichen Konzepten über die Jahre erwiesen?

Mit einer „Zeitreise“ – so der Name der Veranstaltung – wurde anhand einer exzellent zusammengestellten Exkursion und dem Besuch von fünf ausgewählten privaten Häusern, die in den 1960er, 70er und 80er Jahren in Graz entstanden sind, gemeinsam nach Antworten gesucht.

Verantwortlich für diese Veranstaltung zeigt sich der Verein für Baukultur – der seit nunmehr fast 60 Jahren herausragende Gebäude, die zum Erhalt bzw. zur Schaffung qualitätsvoller Baukultur beitragen, mit der GerambRose (vormals „Geramb-Dankzeichen für Gutes Bauen“) auszeichnet. Im Architektursommer 2018 laden nun zwei Veranstaltungsreihen – die „GerambRosen-Zeitreisen“ in Graz sowie die „GerambRosen-Landpartien“ in den Regionen – ein, vor Jahren prämierte Objekte wiederholt ins Rampenlicht zu stellen und erneut zu besuchen.

Die erste dieser Touren fand vergangenen Freitag unter der Leitung von Barbara Meisterhofer (Geschäftsführerin des Vereins für Baukultur) und Hans Gangoly (Vorstandsmitglied im Verein für Baukultur) statt und führte zu Frühwerken und Erstlingen, mit denen einige der prägenden ArchitektInnen der „Grazer Schule“ ihre Karrieren begründeten bzw. ihre Haltungen definierten. Darunter zwei frühe Planungen des Architektenpaares Szyzskowitz/Kowalski, eine verborgene Perle von Josef Klose für den Grafikdesigner Karl Neubacher, Hubert Riess’ Haus Öttl inmitten eines kleinen Waldes sowie die Kernhaussiedlung der Gruppe 3 (Nikolaus Schuster, Herfried Peyker, Werner Nussmüller), bestehend aus zehn Privathäusern, die im Verband geplant, gebaut und organisiert wurden.

Die Ikonen erwiesen sich beim Besuch allesamt als erstaunlich wohnlich – ihr Zustand trotz des Alters (obwohl vorwiegend in Holz konstruiert) als erfreulich gut! Besitzerwechsel sucht man zudem bei all den Projekten vergebens. Selbst Adaptierungen wurden wenn nur im kleinen Maße vorgenommen, sodass die meisten Projekte in ihrer baulichen Substanz mitsamt Möblierungen noch zum Großteil im Originalzustand anzutreffen sind. Ein Indiz für die hohe Wohnzufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohner wie auch für die Funktionalität der Planungen und der dahinterliegenden Konzepte.

Räumlich wissen die Bauten – bei all ihrer Unterschiedlichkeit auch Jahre nach ihrem Entstehen noch zu überzeugen, auch dann, wenn sich die leeren Räume, die man aus den Publikationen der Entstehungszeit kennt, sich inzwischen mit Kunst, Büchern und anderen gefüllt haben. Beachtenswert ist auch der sensible Umgang mit dem jeweiligen Kontext; beispielgebend hierfür die beiden eklektischen Kompositionen von Michael Szyzskowitz und Karla Kowalski. Einerseits das Haus im Tal, bei dem eine offene, galeriegesäumte 7,50 m hohe Wohnhalle das Innere des Hauses ins Zentrum rückt und die knapp 150m2 zu einem erstaunlich großzügigen Raumkontinuum werden lässt. Andererseits das nahe Haus am Berg (an einer Hügelkuppe situiert) mit vielschichtiger Vegetation und unterschiedlichen, durchaus spektakulären Ausblicken. Hier wird der Bezug zum Außenraum zum bestimmenden Thema und manifestiert sich darin, dass Räume und Zimmer über vielfältige und vom Bauherrn ausdrücklich gewünschte Verbindungen zur umgebenden Natur verfügen.

Diese Hintergründe und weitere Anekdoten zu den Entstehungsgeschichten wie auch Einblicke der Aneignung dieser beispielgebenden Wohnkonzepte durch ihre BenutzerInnen wurden wunderbar nachvollziehbar durch den offenen Empfang der jeweiligen Bauherren wie auch durch das Dabeisein von Karla Kowalski, Hubert Rieß und Werner Nussmüller, die ausführlich über ihre Planungen sprachen. So konnte man im Sinne der Veranstalter tatsächlich in die Gedankenwelt dieser Grazer Architekturikonen eintauchen – der Titel „Zeitreisen“ ist somit durchaus gerechtfertigt.

Erfreulich daher, dass im Zuge des Architektursommers noch zwei weitere Touren angeboten werden: die GerambRosen – Zeitreise 02 am 6. Juli mit dem Thema „Graz wird offener – die 1990er Jahre“ sowie die GerambRose – Zeitreise 03 am 7. September, die zu verborgenen Meilensteinen des Grazer Architekturgeschehens führen wird.

Haus im Tal von Szyzskowitz/Kowalski © Gernot Reisenhofer

von Gernot Reisenhofer

Wie wohnt es sich in Architekturikonen? Haben sich die Pretiosen des heimischen Architekturgeschehens über die Jahre verändert bzw. als wie funktionell hat sich die damalige Suche nach neuen räumlichen Konzepten über die Jahre erwiesen?

Mit einer „Zeitreise“ – so der Name der Veranstaltung – wurde anhand einer exzellent zusammengestellten Exkursion und dem Besuch von fünf ausgewählten privaten Häusern, die in den 1960er, 70er und 80er Jahren in Graz entstanden sind, gemeinsam nach Antworten gesucht.

Verantwortlich für diese Veranstaltung zeigt sich der Verein für Baukultur – der seit nunmehr fast 60 Jahren herausragende Gebäude, die zum Erhalt bzw. zur Schaffung qualitätsvoller Baukultur beitragen, mit der GerambRose (vormals „Geramb-Dankzeichen für Gutes Bauen“) auszeichnet. Im Architektursommer 2018 laden nun zwei Veranstaltungsreihen – die „GerambRosen-Zeitreisen“ in Graz sowie die „GerambRosen-Landpartien“ in den Regionen – ein, vor Jahren prämierte Objekte wiederholt ins Rampenlicht zu stellen und erneut zu besuchen.

Die erste dieser Touren fand vergangenen Freitag unter der Leitung von Barbara Meisterhofer (Geschäftsführerin des Vereins für Baukultur) und Hans Gangoly (Vorstandsmitglied im Verein für Baukultur) statt und führte zu Frühwerken und Erstlingen, mit denen einige der prägenden ArchitektInnen der „Grazer Schule“ ihre Karrieren begründeten bzw. ihre Haltungen definierten. Darunter zwei frühe Planungen des Architektenpaares Szyzskowitz/Kowalski, eine verborgene Perle von Josef Klose für den Grafikdesigner Karl Neubacher, Hubert Riess’ Haus Öttl inmitten eines kleinen Waldes sowie die Kernhaussiedlung der Gruppe 3 (Nikolaus Schuster, Herfried Peyker, Werner Nussmüller), bestehend aus zehn Privathäusern, die im Verband geplant, gebaut und organisiert wurden.

Die Ikonen erwiesen sich beim Besuch allesamt als erstaunlich wohnlich – ihr Zustand trotz des Alters (obwohl vorwiegend in Holz konstruiert) als erfreulich gut! Besitzerwechsel sucht man zudem bei all den Projekten vergebens. Selbst Adaptierungen wurden wenn nur im kleinen Maße vorgenommen, sodass die meisten Projekte in ihrer baulichen Substanz mitsamt Möblierungen noch zum Großteil im Originalzustand anzutreffen sind. Ein Indiz für die hohe Wohnzufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohner wie auch für die Funktionalität der Planungen und der dahinterliegenden Konzepte.

Räumlich wissen die Bauten – bei all ihrer Unterschiedlichkeit auch Jahre nach ihrem Entstehen noch zu überzeugen, auch dann, wenn sich die leeren Räume, die man aus den Publikationen der Entstehungszeit kennt, sich inzwischen mit Kunst, Büchern und anderen gefüllt haben. Beachtenswert ist auch der sensible Umgang mit dem jeweiligen Kontext; beispielgebend hierfür die beiden eklektischen Kompositionen von Michael Szyzskowitz und Karla Kowalski. Einerseits das Haus im Tal, bei dem eine offene, galeriegesäumte 7,50 m hohe Wohnhalle das Innere des Hauses ins Zentrum rückt und die knapp 150m2 zu einem erstaunlich großzügigen Raumkontinuum werden lässt. Andererseits das nahe Haus am Berg (an einer Hügelkuppe situiert) mit vielschichtiger Vegetation und unterschiedlichen, durchaus spektakulären Ausblicken. Hier wird der Bezug zum Außenraum zum bestimmenden Thema und manifestiert sich darin, dass Räume und Zimmer über vielfältige und vom Bauherrn ausdrücklich gewünschte Verbindungen zur umgebenden Natur verfügen.

Diese Hintergründe und weitere Anekdoten zu den Entstehungsgeschichten wie auch Einblicke der Aneignung dieser beispielgebenden Wohnkonzepte durch ihre BenutzerInnen wurden wunderbar nachvollziehbar durch den offenen Empfang der jeweiligen Bauherren wie auch durch das Dabeisein von Karla Kowalski, Hubert Rieß und Werner Nussmüller, die ausführlich über ihre Planungen sprachen. So konnte man im Sinne der Veranstalter tatsächlich in die Gedankenwelt dieser Grazer Architekturikonen eintauchen – der Titel „Zeitreisen“ ist somit durchaus gerechtfertigt.

Erfreulich daher, dass im Zuge des Architektursommers noch zwei weitere Touren angeboten werden: die GerambRosen – Zeitreise 02 am 6. Juli mit dem Thema „Graz wird offener – die 1990er Jahre“ sowie die GerambRose – Zeitreise 03 am 7. September, die zu verborgenen Meilensteinen des Grazer Architekturgeschehens führen wird.